9. September 2021

Reifen-Odyssee – lesson learned

Von arogarth

Fahrradreifen… Ich musste feststellen, dass ist eine Wissenschaft für sich. Mein Problem war, dass bei Bergabfahrten das ganze Rad sich in den Kurven etwas „schwammig“ anfühlte.

Also zuhause wieder Reifendruck geprüft: 3,8 Bar laut Pumpe. Das ist auch das Maximum nach Hersteller angaben. Da ich auch nicht der kleinste und leichteste bin, 1,97m und 110kg, dacht ich mir „gut, dann ist das so – der nächste Reifen wird dann mit mehr Druck sein“ – Die Felgen dürfen bis 6 Bar. Mehr Druck wird das schon lösen…

Ich fahre den WTB Riddler 700x45C auf einer Shimano RS Felge mit 622×19. Also einen 45mm brieten reifen auf einer 19mm breiten Felge. Das war auf dem Rad Standardmäßig so drauf. Ob richtig oder Falsch kann ich nicht beurteilen, hier fehlt mir die Erfahrung.

Als ich auf Fahrten von anderen Fahrern auf den Reifen auch noch aufmerksam gemacht wurde, begann ich an mehr darüber nachzudenken. Ich fing an mich einmal etwas mit Reifen zu beschäftigen, Buch gekauft, in Facebook Gruppen gelesen etc… Mein Problem war jetzt, dass andere Fahrer, mit ebenfalls über 100kg, mit um die 3 Bar scheinbar relativ gut zurecht kommen. Irgendwann habe ich einfach mal mehr Druck auf den Reifen gegeben: 4,8Bar laut Pumpe. Es war merklich besser. Mittlerweile hatte ich auch in einer Facebook Gruppe selbst um Rat gefragt. Auf die Aussage, dass ich einen 45mm breiten Raufen auf einer 19mm breiten Felge fahre, war die Reaktion teils ziemlich verwundert. Also einmal ab zum Händler des Vertrauens. Mit ihm gesprochen und neuen Reifen gekauft. Nein, er hat mir den nicht aufgeschwätzt, ich wollte mir demnächst eh einen neuen mit mehr Slick auf der Lauffläche zulegen. Der Riddler war mein erster Reifen auf meinem ersten Gravel Bike. Nach über 3.000km mit dem Rad kristallisiert sich mittlerweile jedoch heraus, dass ich immer mehr auf der Straße unterwegs bin.

So, also mit dem neuen Reifen heim und am Abend noch drauf gezogen. Jetzt fahre ich den WTB byway 700x34C. Ja, der sieht auf der 19er Felge schon mal etwas besser aus.

Links der WTB byway, rechts der WTB Riddler

Den Reifen auf 4,1 Bar aufgepumpt und Testfahrt auf der Straße. Jo, war besser aber immer noch nicht zufrieden. Also nochmal mehr Druck drauf – 4,9 Bar, jetzt war es akzeptabel. Die nächste Ausfahrt sollte es zeigen.

Am nächsten Tag dann ab aufs Rad und ne kleine Runde gefahren. Irgendwann merkte ich ein leichtes plop… plop… plop… am Lenker. Ziemlich regelmäßig. Wird an der Straße liegen, dachte ich. Nach der nächsten Ortschaft änderte sich das aber nicht. Also rechts ran und Reifen gecheckt. Ja, an einer stelle war der Reifenwulst nicht richtig ins Horn gesprungen. Der Reifenwulst war zwar gefettet worden und ich hatte kurz 6 Bar drauf gegeben und dann wieder Luft raus gelassen aber scheinbar hat es hier nichts gebracht. Etwas gezogen und gedrückt, nichts. Luft abgelassen, wieder aufgepumpt – nichts zu machen. Also etwas Luft abgelassen und in Richtung nächster Tankstelle. Hier muss ich sagen, dass der passende Adapter für die Presta-Ventile die Woche erst ankam. Also zur Tanke, Kompressor dran und Druck drauf. Der Reifen rutschte jetzt richtig rein. Perfekt! Luft wieder etwas raus und reifen auf 4,1 Bar aufgepumpt. Da fiel mir sofort auf, dass der riefen jetzt im vergleich zu vorher knüppelhart war. Also auch hinten nochmal angeschlossen und Druck drauf gegeben – Es dauerte, bis der auf 4,1 Bar war. Drauf gesetzt und los gefahren. BOAH, was ein Gefühl! Genau das war es!! Jetzt war der Reifen so, wie ich ihn wollte. Ich merkte jedes Steinchen auf der Straße. Und das Rad rollte sogar fast wie von alleine bergauf.

Jetzt wusste ich, dass die Pumpe einfach Mist misst beim aufpumpen. Ich weis nicht, was die Pumpe da anzeigt, aber es kommt bei weitem nicht an das, was jetzt auf dem Reifen ist. Als ich auf der Rückfahrt darüber nachdachte, ja, da wurde mir auch klar, dass die Probleme anfingen, als ich Vorder- und Hinterreifen tauschte um die Reifen gleichmäßig abzufahren. Das war das erste mal nach dem Kauf des Rads, dass ich die Reifen selbst aufpumpen musste. Da hätte ich auch früher drauf kommen können – HÄTTE HÄTTE FAHRRADKETTE…

Jetzt zur Pumpe – Beim kauf der Pumpe dachte ich mir, was kann man da schon falsch machen. Auch ein Discounter sollte doch eine einfache Standpumpe mit halbwegs funktionierendem Barometer bauen können. Ja, die Pumpe ist von einem Discounter und die hatte ich für unter 10€ gekauft. Wie gesagt, was soll da schon falsch dran sein. Die wird vielleicht nur maximal 6 Bar schaffen, aber egal. Oder vielleicht ist die auch etwas ungenau beim Luftdruck – so plus/minus 0,5 Bar oder so… Aber hey, das langt doch. Ja, nee, langt nicht. Der Druck auf der Pumpe war alles aber entsprach nicht dem Druck im Reifen. Das hatte damit überhaupt nichts zu tun. Da war vielleicht gerade die hälfte im Riefen von dem was auf dem Barometer angezeigt wurde – Wenn man es überhaupt noch Barometer nennen darf.

In diesem Sinne – lesson learned! Finger weg vom Discounter wenn es mit Technik zu tun hat – Nicht mal eine einfache Fahrrad Luftpumpe ist hier scheinbar wirklich zu gebrauchen.

Jetzt habe ich schon einmal meine neuen Reifen, die für nächstes Jahr eh geplant waren und der Druck ist jetzt mehr als Perfekt 🙂 Also als nächstes gibt es dann erst noch eine gescheite Pumpe!